Häufige Fehler in der deutschen Sprache vermeiden
Dieser Artikel erklärt elf häufige Fehler, die Deutschlerner machen, und zeigt, wie man sie korrekt bildet.
Es gibt einige Ausdrücke im Deutschen, die oft falsch verwendet werden. Hier lernen Sie, wie Sie diese Fehler vermeiden können.
Den eigenen Standpunkt ausdrücken
Wenn Sie ausdrücken möchten, dass Sie Recht haben, sagen Sie: Ich habe Recht. Viele Deutschlerner sagen fälschlicherweise „Ich bin Recht“ oder „Ich bin richtig“. Das ist falsch. Die Formulierung Ich habe Recht ist die korrekte Art, um zu sagen, dass das, was Sie sagen, wahr ist oder dass Sie im Recht sind.
Ebenso sagen Sie: Du hast Unrecht, wenn eine andere Person falsch liegt. Vermeiden Sie hier „Du bist falsch“.
Beispiele:
- Ich habe Recht. (Ich liege richtig)
- Du hast Unrecht. (Du liegst falsch)
Nach dem Preis fragen
Wenn Sie nach dem Preis von etwas fragen, verwenden Sie entweder das Verb kosten oder das Verb sein mit einem Adjektiv. Sie können nicht zwei Verben hintereinander verwenden.
Mit kosten sagen Sie, wie viel etwas kostet. Sie können dazu Mengenangaben wie viel, wenig, zu viel, zu wenig oder nichts verwenden.
Beispiele:
- Das kostet viel.
- Das kostet nichts.
Mit sein beschreiben Sie, ob etwas teuer oder günstig ist. Sie verwenden dazu Adjektive wie billig, teuer, sehr billig oder sehr teuer.
Beispiele:
- Das ist teuer.
- Das ist sehr billig.
Den Superlativ verwenden
Der Superlativ ist die höchste Steigerungsform eines Adjektivs. Wenn auf den Superlativ ein Nomen folgt, verwenden Sie immer einen bestimmten Artikel (der, die, das) und nicht „am“.
Beispiele:
- Du bist die beste Lehrerin. (Lehrerin ist ein Nomen)
- Das ist das beste Essen, das ich je gegessen habe. (Essen ist ein Nomen)
- Sie ist die beste Verkäuferin. (Verkäuferin ist ein Nomen)
Wenn kein Nomen auf den Superlativ folgt, verwenden Sie am.
Beispiele:
- Mein Auto ist am schnellsten.
- Mein Pullover ist am schönsten.
- Sie ist am klügsten.
Eine Ausnahme bildet die Formulierung „Du bist der/die Beste“. Obwohl hier kein Nomen direkt folgt, bezieht sich der Superlativ auf eine Person, wie in „Du bist die beste Person“ oder „Du bist der beste Freund“. Das Nomen ist hier gedanklich vorhanden und wird nur weggelassen.
Beispiele:
- Du bist die Beste! (für eine Frau)
- Du bist der Beste! (für einen Mann)
Präpositionen bei Orten
Die Wahl der Präposition hängt davon ab, ob Sie zu einer Stadt, einem Land, nach Hause oder zu einem Geschäft gehen.
Verwenden Sie nach bei Städten, Ländern ohne Artikel und bei Hause.
Beispiele:
- Ich fahre nach Berlin.
- Ich fliege nach Spanien.
- Ich gehe nach Hause.
Verwenden Sie zu bei Geschäften oder Orten, die Sie besuchen und deren Namen Sie nennen.
Beispiele:
- Ich gehe zu Aldi.
- Ich gehe zu Zara.
- Ich gehe zu Ikea.
Gefühle und Befinden ausdrücken
Im Deutschen gibt es einen Unterschied zwischen „Ich bin gut“ und „Es geht mir gut“ oder „Mir ist warm“. Achten Sie darauf, den korrekten Ausdruck zu verwenden.
Ich bin gut bedeutet, dass Sie ein guter Mensch sind oder einen guten Charakter haben. Dies ist keine Antwort auf die Frage nach Ihrem Wohlbefinden.
Wenn Sie gefragt werden, wie es Ihnen geht, antworten Sie: Mir geht es gut oder kurz Mir geht's gut.
Beispiele:
- Wie geht es dir? - Mir geht es gut.
Wenn Sie über Ihre Körpertemperatur sprechen und sagen möchten, dass Ihnen warm oder kalt ist, verwenden Sie Mir ist warm oder Mir ist kalt.
Beispiele:
- Draußen sind 30 Grad, mir ist warm.
- Die Temperaturen sinken, mir ist kalt.
Das gleiche Prinzip gilt für den Unterschied zwischen Ich bin langweilig und Mir ist langweilig.
Ich bin langweilig bedeutet, dass Sie eine uninteressante Person sind.
Mir ist langweilig bedeutet, dass die aktuelle Situation oder Aktivität nicht spannend ist und Sie sich gelangweilt fühlen.
Beispiele:
- Der Film ist schrecklich, mir ist langweilig.
Diese Formulierungen zeigen, dass die Gefühle Ihnen passieren, Sie sind nicht die Ursache dieser Gefühle.
Über Ernährungsweisen sprechen
Die Begriffe vegetarisch und vegan können als Adjektive für Speisen oder als Adverb für die Art des Essens verwendet werden. Wenn Sie über eine Person sprechen, die sich vegetarisch oder vegan ernährt, verwenden Sie Vegetarier oder Veganer.
Beispiele für Speisen oder die Art des Essens:
- Die Suppe ist vegetarisch.
- Ich esse vegetarisch.
Beispiele für Personen:
- Ich bin seit acht Jahren Vegetarier (für einen Mann) oder Vegetarierin (für eine Frau).
- Ich bin seit vier Jahren Veganer (für einen Mann) oder Veganerin (für eine Frau).
Steigerung von Adjektiven
Im Deutschen bilden die meisten Adjektive ihre Steigerungsform (Komparativ) mit der Endung -er.
Verwenden Sie nicht „mehr“ vor einem Adjektiv, um den Komparativ zu bilden. „Mehr“ ist bereits ein Komparativ des Wortes „viel“ und zwei Komparative nebeneinander sind nicht korrekt.
Beispiele:
- schön - schöner (nicht: mehr schön)
- nett - netter (nicht: mehr nett)
- interessant - interessanter (nicht: mehr interessant)
Das Verb „sich beschweren“
Das Verb, das „eine Beschwerde einreichen“ bedeutet, ist sich beschweren, ohne „d“. Das Nomen dazu ist die Beschwerde.
Beispiele:
- Ich schreibe eine Beschwerde. (hier ist „Beschwerde“ das Nomen)
- Ich beschwere mich beim Kundendienst. (hier ist „beschwere“ das Verb)
Richtungsadverbien
Bei Verben, die eine Bewegung ausdrücken, wie gehen oder kommen, müssen Sie Richtungsadverbien verwenden, die ebenfalls eine Bewegung ausdrücken. Ortsadverbien wie hier oder dort beschreiben einen festen Ort.
Verwenden Sie her oder hin für Bewegungen:
- Ich gehe hin.
- Bitte komm her.
Verwenden Sie hier oder dort für feste Orte:
- Ich warte dort.
- Ich stehe hier.
„als“ und „wenn“ in der Vergangenheit
Die Wahl zwischen als und wenn hängt davon ab, ob etwas einmalig oder wiederholt in der Vergangenheit geschah.
Verwenden Sie als, wenn die Handlung, Sache oder Situation in der Vergangenheit nur einmal stattgefunden hat.
Beispiele:
- Als ich ein Kind war, hatte ich viele Freunde. (Sie waren nur einmal ein Kind)
- Als ich klein war, war alles einfacher.
- Ich habe angefangen zu arbeiten, als ich 20 war.
Verwenden Sie wenn in allen anderen Fällen, also für wiederholte Handlungen in der Vergangenheit oder in der Gegenwart und Zukunft.
Präpositionen und Artikel bei Zielen
Wenn Sie ein Ziel angeben, wie zum Beispiel „ins Kino gehen“, verwenden Sie oft eine Kurzform aus Präposition und Artikel. Vermeiden Sie doppelte Artikel.
Die Form im ist eine Zusammenziehung von in und dem. Wenn Sie also sagen „Ich gehe im Kino“, bedeutet das „Ich gehe in dem Kino“, was grammatikalisch falsch ist, wenn Sie sich auf ein Ziel beziehen.
Die korrekte Form für das Ziel „Kino“ ist ins Kino, was eine Zusammenziehung von in und das ist.
Beispiele:
- Ich gehe ins Kino. (in + das Kino)
- Ich gehe ins Fitnessstudio. (in + das Fitnessstudio)
Wenn Sie ausdrücken möchten, dass Sie sich bereits an einem Ort befinden, verwenden Sie ebenfalls die zusammengezogenen Formen im oder in der.
Beispiele:
- Ich bin im Park. (in + dem Park)
- Ich bin in der Schule. (in + der Schule)
Dieser Artikel basiert auf dem Video
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